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Timo Kohlbacher:

Das Hobby Geocaching: Die faszinierende Welt der versteckten Dosen

Das Ziel des Buches ist, dem Leser das Hobby Geoaching näherzubringen. Das ist inzwischen nichts Ungewohntes mehr. Anders verhält es sich mit dem Umstand, dass der Autor schon seit 2002 dabei ist.


Im Kapitel „Graue Theorie“ gibt es eine gut verständliche kurze Erklärung, wie GPS funktioniert. Es schließt sich eine kurze History und die Vorstellung des Portals an – ja, des Portals, denn hier steht „nur“ Geocaching.com im Fokus. Das ist in Ordnung, aber man sollte das vor der Lektüre wissen. Es folgt eine Erklärung, wie das Spiel grob funktioniert, welche Cachearten, Schwierigkeitsgrade und Behältergrößen es gibt. Das Kapitel „Caches finden“ bietet eine Übersicht, wie man anhand verschiedener Kriterien einen Cache zum Suchen auswählt, wie man sich aufs Suchen vorbereitet und welche Verhaltensregeln es zu beachten gilt. Zugegeben: die Gefahr bei der Cachesuche auf Blindgänger, Minen oder sonstige Kriegshinterlassenschaften zu treffen, mag nicht bei Null liegen, aber das tut sie bei zig anderen Tätigkeiten auch nicht … Es folgt ein Kapitel über Trackables, bevor der Autor erläutert, wie man selbst Caches versteckt: Auch hier werden alle wichtigen Punkte erwähnt: Richtlinien, Ort, Cache-Behälter. Recht ausführlich geht der Autor darauf ein, wie man die Koordinaten ausmessen sollte bzw. welche Folgen ungenaue Arbeit hier bedeuten kann. Abgerundet wird das Buch durch ein Glossar, ein Kapitel mit Tipps für Mysteries und Chiffren bzw. Codes und einen Blick über den Tellerrand, also auf andere Spiele, für die man GPS brauchen kann.


Wenn man einige Bücher zu Geocaching gelesen hat, muss man leider sagen, dass Kohlbachers Buch großteils alter Wein in neuen Schläuchen ist. Anders liegt der Fall sicher für Newbies. Für die ist das Buch sicher ein günstiger (jedenfalls als E-Book) Einstieg ins Thema. Wen orthographische Fehler oder sonstige sprachliche Unzulänglichkeiten, die manchmal das Verständnis erschweren, nerven, sollte sich lieber ein von einem Verlag lektoriertes Buch anschaffen.

Books on Demand

96 Seiten

9,90 €

978-3732243143

Jens Freyler, Benjamin Gorentschitz, Bernhard Hoëcker, Tobias Zimmermann

Der offizielle Geocaching-Guide

Kleine Warnung vorab: Wer mit Groundspeak auf Kriegsfuß steht, sollte nicht weiterlesen. Denn das Buch soll der erste offizielle Guide sein, der Einsteigern Starthilfe gebe und selbst erfahrenen Cachern einen tieferen Einblick in die Materie biete. So weit so gut, das behaupten einige Bücher von sich – was dieses von den anderen unterscheidet: Es wurde in Zusammenarbeit mit dem „Geocaching-Hauptquartier in Seattle“, also Groundspeak, erstellt. Die Motivation dafür sei gewesen, es „Nachcachern“ leichter zu machen, als es laut Vorwort Bernhard Hoëcker hatte, der sich sein ohne Zweifel breites Wissen quasi in „leidvollen Recherchen und Erfahrungen“ selbst erarbeiten musste.

Der Aufbau ist anderen Geocaching-Guides recht ähnlich, es gibt Kapitel zur Historie von GPS und Geocaching, zur Funktionsweise, Erfahrungen beim Cachen und Cachelegen, Cachetypen usw. Müßig, das alles aufzuzählen. Inzwischen gibt es auch genügend Promis und Nicht-Promis, die über ihre Cache-Erlebnisse berichten. Insofern sind Sachbücher immer an den Stellen intereressant, an denen sie sich von ihren „Mitbüchern“ unterscheiden. Das wären bei diesem Exemplar zum einen Themen, wie der Quickstart-Guide, der abzüglich Bildern auf weniger als 4 Seiten den Rundumschlag liefert, wie das mit dem Cachen in er Praxis funktioniert; oder auch ein Abschnitt der sich des Themas „Wie tarne ich meine Cachesuche geschickt“. Zum anderen unterscheidet sich dieses Buch im hier „offiziell“ genannten Aspekt des Geoachens. Und dann ist man eben bei Groundspeak … ob sich die Geister daran scheiden, lassen wir mal außen vor. Allerdings wird man eben – bis auf Stellungnahmen, Internetseiten o. Ä. selten mal Informationen aus erster Hand „aus Seattle“ bekommen. Hier ist das der Fall: Man liest Texte von Bryan Roth, einer Besucherkoordinatorin von Groundspeak usw. Daneben berichten Reviewer von ihren Erlebnissen, man erfährt was über die Guidelines … und ja, manches gerät zur Werbeveranstaltung, z. B. wenn es darum geht, ob man eine Basis- oder Premium-Mitgliedschaft für die Ausübung seines Hobbys benötigt.

Überall im Buch gibt es QR-Codes, die weiterführende Inhalte bereithalten. Das Buch ist gut strukturiert und bietet zahlreiche praktische Gebrauchshilfen und vergleichsweise wenig „hoëckerschen Stil“. Wer einen Miniblick hinter die Kulissen in Seattle wagen will, dessen erste Bedürfnisse könnten hier gestillt werden. Wem sich allerdings schon beim Gedanken an Groundspeak die Fußnägel hochrollen: Finger weg!

traveldiary

216 Seiten

12,80 €

978-3942617055

Gefühls-Chaos

Susanne Fletemeyer

Das Leben von Comiczeichner Jaromir ist ein wenig aus den Fugen geraten: seine Freundin hat ihn verlassen, seine Miete hat er seit Monaten nicht bezahlt und damit er wieder zahlen könnte, müsste ihm zu seinem Auftrag etwas einfallen. Nicht leicht … doch dann begegnet ihm beim Cachen Mimi und Jaros Inspiration meldet sich zurück. Allerdings werden seine Hoffnungen jäh zerstört, denn Mimi ist mit einem ignoranten Muggel zusammen, der zu allem Überfluss hochgradig eifersüchtig ist. Zwar begegnet er Mimi bald wieder und ist voller Hoffnung, doch da gibt es auch noch die aus Jaros Sicht kratzbürstige Luna, mit der er deutlich mehr gemeinsam zu haben scheint als mit Mimi. Jaros Gefühls-Chaos und Bemühungen um seine Angebetete in Kombination mit seinen Geldproblemen, die durch sein Talent, keinen Fettnapf auszulassen, nicht kleiner werden, ergibt eine recht unterhaltsame Geschichte. Den Preis für die sympathischste Figur gewinnt Said, Jaros Nachbar, der eine bessere „Bodenhaftung“ als Jaro hat und mit seinen Kommentaren den Nagel auf den Kopf trifft.

„Finde mich“ streift viele typische Cacherthemen (neben der Erläuterung der Funktionsweise kommt ein „wildgewordener Förster“ vor usw.). Dabei kreist die Geschichte komplett um das Thema Geocaching und ist mal kein Krimi, sondern eine Liebesgeschichte, die sich auch mit dem Thema Verlust befasst. Insgesamt eine leicht zu lesende, recht chaotische Lovestory – wenngleich etwas vorhersehbar, aber welche ist das nicht?

Amazon Publishing

286 S.

9,99 €

978-1503937598  

Carine Bernard

Die Schnitzel-Jagd: Ein Wien-Krimi

Um Jeremy, einem Freund und Kollegen aus der Computerabteilung einen Gefallen zu tun, fliegt Molly Preston nach Wien. Denn Jeremys Freund, Markus Wilhelm, hatte ihn um Rat gebeten, weil ein junger Bekannter namens Karl laut Polizei bei einem Unfall um Leben kam. Dumm nur, dass Markus daran zweifelt: Karl hatte ihm erzählt, dass er im Netz ein Rätsel zu lösen versuche und es um Geld gehe. Markus kannte Karl aus einem Hackerclub, der dazu dient, die „Jungs“ nicht auf die schiefe Bahn abrutschen zu lassen. Doch weil Karl auch schon mit illegalen Machenschaften zu tun hatte, kann Markus nicht an einen Unfall glauben. Gleich am Morgen nach Mollys Ankunft gelangen sie und Markus an Karls Laptop, auf dem die beiden Hinweise finden, bei deren Entschlüsselung auch Charles, Mollys Freund, mithilft. Und dann beginnen die beiden auch schon ihre „Schnitzel-Jagd“ durch die Stadt, bei der sie immer tiefer in den Sog des Rätsels, das Karl das Leben gekostet zu haben scheint, geraten. Wird es ihnen gelingen, zu beweisen, dass Karl gewaltsam umkam?

Bei den Titeln um Molly Preston gehört es eigentlich zum „guten Ton“, dass sie Lokalkolorit versprühen. Dieses Mal geschicht das ein wenig über die Sprache von Markus, vor allem aber über Essen und Trinken – wofür Österreich ja nunmal berühmt ist. Bedingt durch den Kontext kommt die Geschichte etwas technischer daher als die bisherigen Titel aus der Reihe. Aber auch das ist ja etwas, was die Reihe ausmacht: an verschiedensten Orten geht es um verschiedenste Kontexte. Die Geschichte ist flüssig zu lesen – dabei ist sie alles andere als ein blutrünstiger Thriller, was sie aber um nichts weniger spannend macht.

Knaur TB

220 Seiten

12,99 €

978-3426215579

Sanktus auf Cachejagd

Andreas Schröfl

Gmeiner, DER Verlag für Regionalkrimis lässt Andreas Schröfl München und Geocaching kombinieren – und das Ganze in die Burschenschaften-Szene legen. Wenn das nicht eine spannende Geschichte verspricht … und die beginnt mit der Beschreibung, wie es um das Verhältnis zwischen Sanktus und Dr. Engler bestellt ist – um es im Stile des Buches zu sagen: Verhältnis Sanktus Engler Animositäten noch freundlich. Aus einem Besuch in Englers Kanzlei wird plötzlich Ernst, denn dort wurde eingebrochen und Engler wird zu einem Spiel aufgefordert, dessen „Preis“ das Leben von Englers entführtem Kompagnon ist. Bald darauf bekommt er eine Mail, dass das Spiel begonnen habe – und Sanktus wirft sich in die Ermittlungen. Doch für den Entführten kommt das zu spät, denn bald wird dessen Leiche gefunden und Engler bekommt die nächste Mail mit Koordinaten. Da das Opfer Burschenschafter war, muss Sanktus auch in diese, ihm völlig fremde Welt eintauchen. Klar, dass es nicht bei einem Opfer bleibt und so scheucht der Täter Sanktus und Engler durch die Stadt und übers Land. Doch wird es ihnen gelingen, das Opfer noch rechtzeitig zu finden?

„Altherrenjagd“ ist der zweite Titel einer Reihe um Sanktus, einen ehemaligen Polizisten, der inzwischen schankkellnert. Man muss sich also, wenn man wegen Geocaching einsteigt, ein bisschen was zusammenreimen – was aber nicht schwerfällt, denn man erfährt so einiges über den typischen Altmünchner Sanktus, der ein bisschen in seiner eigenen Welt lebt und ein „Grantler vor dem Herrn“ ist. An sich ist die Geschichte schon spannend erzählt, doch der teils „baierlnde“ Ton torpediert das ein wenig. Zudem dürfte der recht eigenwillige Stil (sehr viele „Sätze“ ohne Verb), nicht jedermanns Sache sein – für Fans bairischer Grantler, Bier, Brauchtumspflege und Geocaching jedoch sicher eine einmalige Lektüre.

Gmeiner

312 Seiten

10,99 €

978-3839219232