Literatur News

Spenden

 

Sanktus auf Cachejagd

Andreas Schröfl

Gmeiner, DER Verlag für Regionalkrimis lässt Andreas Schröfl München und Geocaching kombinieren – und das Ganze in die Burschenschaften-Szene legen. Wenn das nicht eine spannende Geschichte verspricht … und die beginnt mit der Beschreibung, wie es um das Verhältnis zwischen Sanktus und Dr. Engler bestellt ist – um es im Stile des Buches zu sagen: Verhältnis Sanktus Engler Animositäten noch freundlich. Aus einem Besuch in Englers Kanzlei wird plötzlich Ernst, denn dort wurde eingebrochen und Engler wird zu einem Spiel aufgefordert, dessen „Preis“ das Leben von Englers entführtem Kompagnon ist. Bald darauf bekommt er eine Mail, dass das Spiel begonnen habe – und Sanktus wirft sich in die Ermittlungen. Doch für den Entführten kommt das zu spät, denn bald wird dessen Leiche gefunden und Engler bekommt die nächste Mail mit Koordinaten. Da das Opfer Burschenschafter war, muss Sanktus auch in diese, ihm völlig fremde Welt eintauchen. Klar, dass es nicht bei einem Opfer bleibt und so scheucht der Täter Sanktus und Engler durch die Stadt und übers Land. Doch wird es ihnen gelingen, das Opfer noch rechtzeitig zu finden?

„Altherrenjagd“ ist der zweite Titel einer Reihe um Sanktus, einen ehemaligen Polizisten, der inzwischen schankkellnert. Man muss sich also, wenn man wegen Geocaching einsteigt, ein bisschen was zusammenreimen – was aber nicht schwerfällt, denn man erfährt so einiges über den typischen Altmünchner Sanktus, der ein bisschen in seiner eigenen Welt lebt und ein „Grantler vor dem Herrn“ ist. An sich ist die Geschichte schon spannend erzählt, doch der teils „baierlnde“ Ton torpediert das ein wenig. Zudem dürfte der recht eigenwillige Stil (sehr viele „Sätze“ ohne Verb), nicht jedermanns Sache sein – für Fans bairischer Grantler, Bier, Brauchtumspflege und Geocaching jedoch sicher eine einmalige Lektüre.

Gmeiner

312 Seiten

10,99 €

978-3839219232

Brigitte Hoffmann: Achtung, fertig, Schatzsuche!: 10 spannende Rallyes in der Natur

Manchmal sind es – gerade bei Kindern – die kleinen Dinge, die Freude bereiten. Solche Faktoren dürften bei „Achtung, fertig, Schatzsuche!“ der „Schatzsucher-Ausweis“ im Vorsatz und die Sticker im Buch sein.

Zunächst verweist die Autorin darauf, dass die Schatzsucher-Rallyes nur in der Gruppe so richtig sinnvoll sind – und man auch das entsprechende Verhalten in der Gruppe an den Tag legen sollte. Dann gibt es Tipps für die Planung, worunter auch die Zeitplanung fällt. Sehr hilfreich dürften für denjenigen, der wirklich eine solche Rallye plant, die Tabelle mit „Richtwerten“ sein – sowie den als Ausrüstungs- und Sicherheitsfeatures sinnvollen Gegenständen. Schließlich erfährt man auch, was man in der Natur nicht tut, bevor es an die einzelnen Rallyes geht:

Das sind 10 verschiedene Themenrallyes von Schnitzeljagd für echte Scouts über Tierforscher-Rallye, Expedition in die Dunkelheit bis zu Vorsicht, Schmuggler oder Auf in die Steinzeit. Der Aufbau der Kapitel ist immer einheitlich strukturiert, so dass man sich schnell zurechtfindet, wenn man mal etwas nachschlagen will. Abweichend von der üblichen Struktur ist das Kapitel zu Geocaching. Denn hier wird erstmal erläutert, was das ist und wie GPS (grob) funktioniert. Anschließend folgt das Kapitel wieder der üblichen Struktur. An Kleinigkeiten fällt auf, dass die Autorin Wert auf authentische Details legt, beispielsweise an den zum jeweiligen Thema passenden Verpflegungsvorschlägen: So gibt es zum Geocachen etwa „Astronauten-Nahrung“ oder bei der Steinzeit-Tour Essen und Trinken, das man in der Steinzeit – zumindest so ähnlich hätte hinbekommen können.

Insgesamt findet der Leser hier ca. 60 Seiten Buch, die bunt illustriert und prall gefüllt sind mit Ideen, wie man Kiddies auch mal eine Weile draußen beschäftigen kann. Und genau solche Kinder, also solchen, die auch mal rausgehen, rätseln usw., dürften das Buch mögen.

Coppenrath

64 S.

9,99 €

ISBN 978-3649668060  

Carine Bernard

Das Schaf-Komplott. Ein Yorkshire-Krimi

Carine Bernard legt den zweiten Band der Reihe um Molly Preston, die hübsche und hochintelligente Ermittlerin, vor. Obwohl ihre Geschichten normalerweise nicht zwingend mit Geocaching zu tun haben, finden sie hier Ewähnung, da sie ursprünglich auf eine Cacheserie zurückgehen und ihre Fangemeinde in der Cacherwelt haben.

Molly hockt in Yorkshire und ist frustriert: Ihr Freund Charles hat sie versetzt. Doch Abwechslung naht, denn Mortimer Phinney, der Vermieter ihres Cottages, ist verschwunden – und da er mit dem Cachen angefangen hatte, will Molly durch ihre Recherchen und die Suche nach dem Cache helfen, ihn zu finden. Das gelingt ihr auch, denn als sie sich auf den Weg macht, stolpert sie im wahrsten Sinne des Wortes über Mortimers Leiche. Als die Polizei hinzukommt und die Ermittlungen aufnimmt, erfährt Molly, dass ganz in der Nähe Schafe verschwunden sind. Ob es da Zusammenhänge gibt? Molly wäre nicht Molly, wenn sie nicht neugierig würde und erneut zur Fundstelle von Mortimers Leiche wanderte, wo sie Cliff Harrison kennenlernt, einen Versicherungsmitarbeiter, der sich wegen der verschwundenen Schafe dort umsieht. Von ihm erfährt Molly so einiges über das Leben in Yorkshire, das Leben und die Arbeit eines Schafzüchters und das Leben und die Ehe der Phinneys. Danach zweifelt sie immer mehr an einem Unfall und ermittelt auf eigene Faust – zugegebenermaßen eine Alternative zum Frust über ihre Urlaubseinsamkeit. Eine zufällige Entdeckung weiter ist sie nicht mehr zu bremsen: Sie mischt sich tiefer und tiefer in die Ermittlungen ein und begibt sich damit in Gefahr – doch wird es ihr gelingen, den Mörder und den Schafdieb zu überführen und womöglich sogar Zusammenhänge zwischen den Taten aufzudecken?

Durch Kleinigkeiten wie Mollys Besuch im Heimatmuseum und die Diskussionen der Farmer über Viehzucht bekommt die Geschiche Lokalkolorit – oder unnötige Längen: das ist wohl Geschmackssache. In Summe ist das Buch flüssig und leicht zu lesen – und für Molly-Preston-Fans ein Muss. Sicherlich ist das Das Schaf-Komplott kein Buch, das den Leser zu längerem Grübeln oder tieferen Einsichten brächte. Aber eine unterhaltsame Ferienlektüre, mit der man sich die Zeit zwischen zwei Cachesuchen vertreibt, ist es allemal!


Knaur
220 Seiten (als TB)
4,99 (bzw. 12,99 €)
EAN 9783426440896

Ingo Oschmann

Jäger des versteckten Schatzes

Ingo Oschmann ist begeisterter Geocacher und davon überzeugt, dass dieses Hobby selbst aus einem eingefleischten Couch Potatoe einen Indiana Jones mache. Er beansprucht, das erste Buch der Welt vorzulegen, das seine Leser in die Lage versetzt, sofort bei bzw. nach der Lektüre selbst Geocaches zu suchen. Im Grunde handelt es sich um eine Anleitung zum Geocaching und Oschmanns Erfahrungen und Erlebnisse, gewürzt mit Praxistipps (sehr praktisch die Quick-Blick-Kästen am Kapitelende) und zum Schutz verfremdeten realen Caches. Prinzipiell soll das Buch für Einsteiger sein, Oschmann hofft aber, auch den Profis unter den Cachern noch etwas beizubringen – deshalb muss man Buch nicht von vorn bis hinten lesen, sondern kann in den Kapiteln springen.

Die Beschreibung, wie Oschmann zum Geocaching kam, ist spaßig zu lesen – nicht zuletzt deshalb, weil er sich nicht zu schade ist, sich selbstironisch als relativ unbedarft darzustellen. Oschmanns Leistung besteht darin, recht ausführlich und humorig zu beschreien, wie er Geocaching-süchtig werden konnte und was er im Einzelnen (das ist durchaus wörtlich zu nehmen) erlebte und was es zu wissen gibt: Das passiert ausführlicher als in Geocaching-Krimis, jedoch weniger ausführlich, aber leichter zu lesen als in einem Sachbuch zum Thema. Bis zum 4. Kapitel geht es „nur“ darum, den Leser „anzufixen“. Danach folgen im Wesentlichen die Informationen, die man in Geocaching-Büchern oft findet: Wie cacht man; wie legt man einen Cache; woran kann es liegen, dass man einen Cache mal nicht findet; welche Ausrüstungsgegenstände man braucht; eine für absolute „Technik-Legastheniker“ wie geschaffene Erklärung, wie GPS funktioniert ... Ungewöhnlicher sind die Kapitel, in denen man erfährt, wie man einen Cacheurlaub plant oder die Sozioloigie der Geocacher – einer ganz besonderen Spezies.

Nicht-Oschmann-Fans dürften das Buch akzeptabel finden, wenn sie der flapsige Stil nicht stört. Doch da er jegliche Information mit seinem Humor „umschnörkelt“ (z. B. Männer, die auf Ziegeln starren …), ist es für Menschen mit starker Oschmann-Humor-Unverträglichkeit nicht empfehlenswert. Sicherlich liefert er die eine oder andere Steilthese, doch anderes ist sicher manchem eine große Hilfe. Und man kann es drehen und wenden wie man will, Oschmann schreibt mehr über seine Erfahrungen als einen Ratgeber zu liefern. Aber wer das erwartet, sollte auch eher in die Sachbuchabteilung. Ob man das Buch braucht, kann nur jeder selbst entscheiden … Oschmann-Fans sicher.

 

Heyne

368 Seiten

9,99 €

978-3453615076  

Markus Gründel, Melanie Lipka

Geocaching III. Voll im Bilde beim Geocaching-Abenteuer (Outdoor Basiswissen für draußen)

Wie bei so vielen Sachbüchern zum Geoaching steigen Gründel und Lipka mit Grundlegendem ein: Das Kapitel geht Fragen nach, was Geocaching ist, was den Reiz ausmacht, wie es sich entwickelt hat und wie GPS funktioniert. Gerade das letzte Thema wird nur grob angerissen und stattdessen auf die hierzu in ausreichenden Mengen vorhandene fortführende Literatur bzw. Seminare hingewiesen. Außerdem werden hier noch die Plattformen und Cachearten vorgestellt. Hier hätte eine Tabelle die Unterschiede und Gemeinsamkeiten noch klarer erkennen lassen – doch das ist Jammern auf hohem Niveau. Für die Entscheidungsfindung, welche Plattform man bevorzugt, reichen die Informationen und letztlich entscheidet doch der eigene Geschmack.

Weiterhin bekommt man Informationen über die verschiedenen Cachegrößen, TBs, die Schwierigkeitsgrade und das Loggen von Caches – und hier gibt es die oben bemängelte übersichtliche Tabelle. Im Kapitel zur Ausrüstung erfährt man das Wesentliche über GPS-Geräte, bedenkenswerte Punkte bei der Verwendung eines Smartphones statt des GPSers bis zur variablen Grundausrüstung. Dieses Kapitel ist für den geringen zur Verfügung stehenden Platz schon sehr umfassend. Im letzten Kapitel wird’s praktisch: Hier geht es darum, wie die Bedienung und Registrierung bei den GC-Portalen funktioniert , wie man mit einem GPS-Gerät oder Smartphone bei der Suche umgeht und wie man Caches sucht. Gerade der letzte Punkt ist nett gemacht: Hier bekommt der Leser eine Art Liste mit typischer Fehlern und den entsprechenden Gegenmaßnahmen, falls man einen Cache mal so gar nicht findet. Darüber hinaus gibt es grundlegende Informationen zum Verstecken von Caches, aber auch Regeln für das Listing bis hin zur Tarnung des Caches. Damit man sich leichter zurechtfindet, findet sich auch eine Sammlung des Geocaching-Slangs von A wie Abziehbildchen bis Z wie Zugriff.

Im Anhang gibt es noch Beispiele für Verschlüsselungen (von der „normalen“ ROT-13 über Mayazahlen bis zum Winkeralphabet und ASCII-Codes) sowie wichtige Links.

Gründel und Lipka erfinden die Einführung ins Geocaching sicher nicht neu – und sie reißen vieles nur an. Das bleibt bei dem Format und der Seitenzahl nicht aus. Aber sie liefern ein solides kleines Büchlein mit aktuellen Informationen und hübschen bunten Illustrationen, das man auch mal locker zum Cachen mitnehmen kann. Gerade in solchen Situationen dürften sich die Griffmarken am seitlichen Schnitt als wertvoll erweisen, denn so findet man das gesuchte Kapitel sehr schnell.

Conrad Stein
128 Seiten
9,90 €
978-3866864948