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Carine Bernard

Das Schaf-Komplott. Ein Yorkshire-Krimi

Carine Bernard legt den zweiten Band der Reihe um Molly Preston, die hübsche und hochintelligente Ermittlerin, vor. Obwohl ihre Geschichten normalerweise nicht zwingend mit Geocaching zu tun haben, finden sie hier Ewähnung, da sie ursprünglich auf eine Cacheserie zurückgehen und ihre Fangemeinde in der Cacherwelt haben.

Molly hockt in Yorkshire und ist frustriert: Ihr Freund Charles hat sie versetzt. Doch Abwechslung naht, denn Mortimer Phinney, der Vermieter ihres Cottages, ist verschwunden – und da er mit dem Cachen angefangen hatte, will Molly durch ihre Recherchen und die Suche nach dem Cache helfen, ihn zu finden. Das gelingt ihr auch, denn als sie sich auf den Weg macht, stolpert sie im wahrsten Sinne des Wortes über Mortimers Leiche. Als die Polizei hinzukommt und die Ermittlungen aufnimmt, erfährt Molly, dass ganz in der Nähe Schafe verschwunden sind. Ob es da Zusammenhänge gibt? Molly wäre nicht Molly, wenn sie nicht neugierig würde und erneut zur Fundstelle von Mortimers Leiche wanderte, wo sie Cliff Harrison kennenlernt, einen Versicherungsmitarbeiter, der sich wegen der verschwundenen Schafe dort umsieht. Von ihm erfährt Molly so einiges über das Leben in Yorkshire, das Leben und die Arbeit eines Schafzüchters und das Leben und die Ehe der Phinneys. Danach zweifelt sie immer mehr an einem Unfall und ermittelt auf eigene Faust – zugegebenermaßen eine Alternative zum Frust über ihre Urlaubseinsamkeit. Eine zufällige Entdeckung weiter ist sie nicht mehr zu bremsen: Sie mischt sich tiefer und tiefer in die Ermittlungen ein und begibt sich damit in Gefahr – doch wird es ihr gelingen, den Mörder und den Schafdieb zu überführen und womöglich sogar Zusammenhänge zwischen den Taten aufzudecken?

Durch Kleinigkeiten wie Mollys Besuch im Heimatmuseum und die Diskussionen der Farmer über Viehzucht bekommt die Geschiche Lokalkolorit – oder unnötige Längen: das ist wohl Geschmackssache. In Summe ist das Buch flüssig und leicht zu lesen – und für Molly-Preston-Fans ein Muss. Sicherlich ist das Das Schaf-Komplott kein Buch, das den Leser zu längerem Grübeln oder tieferen Einsichten brächte. Aber eine unterhaltsame Ferienlektüre, mit der man sich die Zeit zwischen zwei Cachesuchen vertreibt, ist es allemal!


Knaur
220 Seiten (als TB)
4,99 (bzw. 12,99 €)
EAN 9783426440896

Markus Gründel, Melanie Lipka

Geocaching III. Voll im Bilde beim Geocaching-Abenteuer (Outdoor Basiswissen für draußen)

Wie bei so vielen Sachbüchern zum Geoaching steigen Gründel und Lipka mit Grundlegendem ein: Das Kapitel geht Fragen nach, was Geocaching ist, was den Reiz ausmacht, wie es sich entwickelt hat und wie GPS funktioniert. Gerade das letzte Thema wird nur grob angerissen und stattdessen auf die hierzu in ausreichenden Mengen vorhandene fortführende Literatur bzw. Seminare hingewiesen. Außerdem werden hier noch die Plattformen und Cachearten vorgestellt. Hier hätte eine Tabelle die Unterschiede und Gemeinsamkeiten noch klarer erkennen lassen – doch das ist Jammern auf hohem Niveau. Für die Entscheidungsfindung, welche Plattform man bevorzugt, reichen die Informationen und letztlich entscheidet doch der eigene Geschmack.

Weiterhin bekommt man Informationen über die verschiedenen Cachegrößen, TBs, die Schwierigkeitsgrade und das Loggen von Caches – und hier gibt es die oben bemängelte übersichtliche Tabelle. Im Kapitel zur Ausrüstung erfährt man das Wesentliche über GPS-Geräte, bedenkenswerte Punkte bei der Verwendung eines Smartphones statt des GPSers bis zur variablen Grundausrüstung. Dieses Kapitel ist für den geringen zur Verfügung stehenden Platz schon sehr umfassend. Im letzten Kapitel wird’s praktisch: Hier geht es darum, wie die Bedienung und Registrierung bei den GC-Portalen funktioniert , wie man mit einem GPS-Gerät oder Smartphone bei der Suche umgeht und wie man Caches sucht. Gerade der letzte Punkt ist nett gemacht: Hier bekommt der Leser eine Art Liste mit typischer Fehlern und den entsprechenden Gegenmaßnahmen, falls man einen Cache mal so gar nicht findet. Darüber hinaus gibt es grundlegende Informationen zum Verstecken von Caches, aber auch Regeln für das Listing bis hin zur Tarnung des Caches. Damit man sich leichter zurechtfindet, findet sich auch eine Sammlung des Geocaching-Slangs von A wie Abziehbildchen bis Z wie Zugriff.

Im Anhang gibt es noch Beispiele für Verschlüsselungen (von der „normalen“ ROT-13 über Mayazahlen bis zum Winkeralphabet und ASCII-Codes) sowie wichtige Links.

Gründel und Lipka erfinden die Einführung ins Geocaching sicher nicht neu – und sie reißen vieles nur an. Das bleibt bei dem Format und der Seitenzahl nicht aus. Aber sie liefern ein solides kleines Büchlein mit aktuellen Informationen und hübschen bunten Illustrationen, das man auch mal locker zum Cachen mitnehmen kann. Gerade in solchen Situationen dürften sich die Griffmarken am seitlichen Schnitt als wertvoll erweisen, denn so findet man das gesuchte Kapitel sehr schnell.

Conrad Stein
128 Seiten
9,90 €
978-3866864948

„Winzling“ für Kids zum Geocaching

Brigitte Hoffmann

Spezialwissen Geocaching Nature Zoom

Auf gerade mal 24 Seiten gibt dieses Büchlein einen groben Überblick über das Thema Geocaching, und zwar kinderkompatibel. Dass das Thema „Was ist Geocaching“ auf zwei relativ kleinen Seiten recht grob und ziemlich einfach erklärt wird, verdeutlicht schon, dass inhaltlich unmöglich jeder Aspekt abgearbeitet werden kann. Darüber hinaus reichen die Themen von der Bestimmung des Ziels (Wie funktioniert das und wie sucht man sich ein Ziel?) über die Spielregeln (Erklärung zu Schwierigkeitsleveln, was passiert am Ziel usw.), die Ausrüstung, die Funktionsweise von GPS bis zum spannendsten Abschnitt, der Gestaltung eines Geburtstags-Multi-Caches.

Dass das Buch für Kinder und deren Erstkontakt mit dem Geocachen auf dem doch recht knappen Platz – abzüglich der Bilder, Graphiken etc. – längst nicht alle Inhalte anführen kann, ist klar. Dass dabei dann z. B. eim Tauschen von Gegenständen nicht erwähnt wird, dass man nur gleich- oder höherwertig tauschen soll: geschenkt. Auch klar ist, dass der Geburtstags-Multi-Cache nur für den Geburtstag ausgelegt wird – dass sich im Final aber Süßigkeiten finden sollen, vermittelt den Kindern, dass Süßigkeiten in Caches ok sind. Das ist nicht der Fall – und solche „Fehler“ lassen sich oft nur schwer korrigieren. Insofern hätte man darauf vielleicht verzichten können.

Dem Format, der geringen Seitenzahl und der Zielgruppe geschuldet bleibt das Büchlein zwar notwendigerweise an der Oberfläche, aber für einen Erstkontakt nicht allzu neunmalkluger Kiddies mit dem Hobby Geocaching ist es durchaus gelungen. Und statt Süßigkeiten definitiv die bessere Alternative für den Geburtstags-Multi-Cache-Final :-)

Coppenrath

24 Seiten

2,95 €

9783649619154

Danise Juno

Death Cache

Als eine fast enthauptete Leiche gefunden wird, die einem Cache zum Opfer gefallen zu sein scheint, steht für die ermittelnde Polizei schnell fest, dass der Owner der Täter sein muss und dass er es explizit auf das Opfer abgesehen hat. Doch ist es wirklich so einfach?

Der Geoacher Michael Tonelli, der sich mit einem unbekannten Cacher namens Sammaël einen Kampf um FTFs liefert, tritt auf den Plan: In Rückblenden erfährt man von Geschichten aus seiner Kindheit, an die er sich in bestimmten Situationen und speziell beim Cachen erinnert fühlt. Wer Sammaël ist, würde neben Michael auch Gernot, ein früherer Kumpel Michaele und der Dritte im Bunde der FTF-Wettstreitenden, nur zu gern wissen. Als Gernot und Michael sich bei einem Cachertreffen begegnen, beschließt man, nachts in einer Gruppe einen Cache zu suchen. Doch dabei läuft für Michael so einiges unrund: Er bricht sich die Rippen und sein Interesse an Kirstin, einer etwas geheimnisvollen Cacherin, scheint diese so gar nicht zu teilen, was Michaels nur bedingt gesunden Ehrgeiz anstachelt. Als sich weitere „Unfälle“ an Caches ereignen, befürchten Kirstin und Gernot einen cachermordenden Psychopathen und machen sich auf die Jagd nach ihm. Derweil wird Michaels immer extremer werdende FTF-Jagd nur durch seine intensivere Suche nach Sammaël gebremst. Erst als gegen Ende beide „Jagdstränge“ aufeinander zusteuern, weiß der Leser dann auch, was es mit dem Titel auf sich hat.

Das Buch bzw. seine Autorin will sich mit Sicherheitslücken und Gefahren der GPS-Verfolgung auseinandersetzen – und das nicht nur für Geocacher. Tatsächlich funktioniert einiges in dem Buch nur, weil die Opfer (ihres Hobbies wegen) nachlässig mit Informationen umgehen und wie gefährlich diese Sorglosigkeit sein könnte. Insofern übt die Autorin auch eine unterschwellige Kritik an der heute üblichen „Datensammelei“ – für eine explizite Auseinandersetzung hätte es jedoch mehr sein dürfen. Das Nötigste an Geocaching-, Navigations- und GPS-Wissen bekommt der Leser relativ zu Beginn über die polizeilichen Ermittlungen mit. Ohnehin: die Polizei – sie kommt nicht lange vor, insofern haben wir es hier mit einem Krimi zu tun, bei dem die Cacher selbst die Aufklärung der Kriminalfälle in die Hand nehmen. Das Buch ist nicht zuletzt durch die Perspektivwechsel spannend geschrieben, birgt aber die eine oder andere sprachliche Eigenwilligkeit. Das reicht von einem „abtrünnigen Felsen“ bis zu einem teilweise schon ziemlich „ruppigen Ton“ – aber dafür dürfte der Spannungsaufbau entschädigen.

Acabus
300 Seiten
12,90 €
978-3862824168

Einmal mehr die Geisterstätten

Martin Kaule, Arno Specht

Geisterstätten: Vergessene Orte in Mecklenburg-Vorpommern

Erneut legt Arno Specht einen Band seiner Geisterstättenreihe vor – dieses Mal in Kooperation mit Martin Kaule. Der Klappentext verspricht viel – ob das Buch die Versprechen halten kann? Die vorherigen Bände der Serie lassen hoffen.

Viele denken bei Mecklenburg-Vorpommern an die nach dem Bundesland benannte Seenplatte und die Ostsee – doch damit ist man auf dem Holzweg, wenn das das Einzige ist, was man weiß. Denn Mecklenburg-Vorpommern ist auch und gerade eine strukturschwache Gegend … und die sind normalerweise reich an verlassenen Orten, die noch nicht der Gentrifizierung zum Opfer gefallen sind. Das Buch folgt dem gleichen Konzept wie die bisherigen Bände und will kein „Reiseführer“ zu verlassenen Orten sein. Dennoch gibt es einen inhaltlichen Unterschied zu den bisherigen Titeln: Denn sonst kann man sich beim Anblick von Industrieruinen gruseln oder sich ausmalen, wie es in den Fabriken zugegangen sein mag – aber die gab es in Meck-Pomm kaum.

Insofern reicht das Angebot der vergessenen Orte in Mecklenburg-Vorpommern von der Navigationsschule über die Flakartillerieschule bis zu verlassenenen Flugplätzen. Es gibt aber auch „prominentere“ Orte, wie das KdF-Seebad in Prora. Hier findet sich Deutschlands längstes Gebäude, das ob seiner schieren Größe zwar nicht zu übersehen, aber dennoch offenbar zu vergessen ist. An diesem in der NS-Zeit schon genutzten, umfunktionierten und nun teilweise wieder genutzten Ort kommen die beiden Bilder von Mecklenburg-Vorpommern einander schon recht nah: traumhafte Landschaft und trostlose Verlassenheit. Beim Kurhaus Zippendorf fragt man sich beim Lesen unwillkürlich, was mehr erzählt, dass nichts mehr geht: die leeren Fensterhöhlen oder die daraus und darum wachsenden Bäumchen oder gar das recht frisch gedeckte Dach? Dagegen entbehren bestimmte Gemälde in der Landesirrenanstalt Domjüch bei ihrer doch recht wendungsreichen und teils düsteren Geschichte nicht einer gewissen Ironie – ähnlich wie das offenbar immer noch auf seine Reinigung wartende Geschirr an der Geschirrrückgabestelle eines Stasi-Bunkers. Manchmal wundert man sich nur, dass an einem so verlassenen Ort mal über 1000 Menschen täglich ein und aus gegangen sein sollen; ein ander Mal, dass man selbst schon fast an einem der Orte vorbeigefahren sein muss, ohne auch nur das geringste Bisschen zu ahnen, was man „verpasst“ – und dann wird einem klar, WIE verlassen mancher dieser Orte tatsächlicht ist. Die Leistung des Buches liegt darin, zu vermitteln, wie nahe bei den Geisterstätten Verfall und eine schwer beschreibbare Ästhetik liegen. Und bei manchen Geschichten, wie der des Kinderheims in Zinnowitz blitzen auch die dahintersteckenden menschlichen Tragödien durch: Neben der sehr plastischen Schilderung, wie die Natur das Heim zurückerobert, löst die Schilderung der menschlichen Hinter- und Abgründe fast schon Gänsehaut aus.

Auch dieses Buch gibt einen Einblick darin, wie nah Schönheit und Verfall, Rettung und Trägödie bei den verlassenen Orten sind – dieses Mal jedoch kommen die menschlichen Hintergründe etwas kürzer als in den anderen Bänden. Dennoch ist das Buch für jeden Anhänger verlassener Orte fast schon ein Muss.

Jaron

12,95 €

96 Seiten

978-3897737945