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Danise Juno

Death Cache

Als eine fast enthauptete Leiche gefunden wird, die einem Cache zum Opfer gefallen zu sein scheint, steht für die ermittelnde Polizei schnell fest, dass der Owner der Täter sein muss und dass er es explizit auf das Opfer abgesehen hat. Doch ist es wirklich so einfach?

Der Geoacher Michael Tonelli, der sich mit einem unbekannten Cacher namens Sammaël einen Kampf um FTFs liefert, tritt auf den Plan: In Rückblenden erfährt man von Geschichten aus seiner Kindheit, an die er sich in bestimmten Situationen und speziell beim Cachen erinnert fühlt. Wer Sammaël ist, würde neben Michael auch Gernot, ein früherer Kumpel Michaele und der Dritte im Bunde der FTF-Wettstreitenden, nur zu gern wissen. Als Gernot und Michael sich bei einem Cachertreffen begegnen, beschließt man, nachts in einer Gruppe einen Cache zu suchen. Doch dabei läuft für Michael so einiges unrund: Er bricht sich die Rippen und sein Interesse an Kirstin, einer etwas geheimnisvollen Cacherin, scheint diese so gar nicht zu teilen, was Michaels nur bedingt gesunden Ehrgeiz anstachelt. Als sich weitere „Unfälle“ an Caches ereignen, befürchten Kirstin und Gernot einen cachermordenden Psychopathen und machen sich auf die Jagd nach ihm. Derweil wird Michaels immer extremer werdende FTF-Jagd nur durch seine intensivere Suche nach Sammaël gebremst. Erst als gegen Ende beide „Jagdstränge“ aufeinander zusteuern, weiß der Leser dann auch, was es mit dem Titel auf sich hat.

Das Buch bzw. seine Autorin will sich mit Sicherheitslücken und Gefahren der GPS-Verfolgung auseinandersetzen – und das nicht nur für Geocacher. Tatsächlich funktioniert einiges in dem Buch nur, weil die Opfer (ihres Hobbies wegen) nachlässig mit Informationen umgehen und wie gefährlich diese Sorglosigkeit sein könnte. Insofern übt die Autorin auch eine unterschwellige Kritik an der heute üblichen „Datensammelei“ – für eine explizite Auseinandersetzung hätte es jedoch mehr sein dürfen. Das Nötigste an Geocaching-, Navigations- und GPS-Wissen bekommt der Leser relativ zu Beginn über die polizeilichen Ermittlungen mit. Ohnehin: die Polizei – sie kommt nicht lange vor, insofern haben wir es hier mit einem Krimi zu tun, bei dem die Cacher selbst die Aufklärung der Kriminalfälle in die Hand nehmen. Das Buch ist nicht zuletzt durch die Perspektivwechsel spannend geschrieben, birgt aber die eine oder andere sprachliche Eigenwilligkeit. Das reicht von einem „abtrünnigen Felsen“ bis zu einem teilweise schon ziemlich „ruppigen Ton“ – aber dafür dürfte der Spannungsaufbau entschädigen.

Acabus
300 Seiten
12,90 €
978-3862824168