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Eva-Maria Größ, Trend „Geocaching“ – Chancen und Bedingungen der Einbindung in die schulische Praxis am Beispiel der Planung und Durchführung eines jahrgangsübergreifenden Projekts

cover trend gcVorab sei eins gesagt: Das Buch ist nicht gerade „leichte Kost“, denn es ist eine Examensarbeit – wenngleich mit einem spannenden Thema. Was bringt Lehramtskandidaten dazu, ihre Examensarbeit über Geocaching zu schreiben? Ganz einfach ihr persönliches Interesse am Geocaching: Denn es bietet einen innovativen Ansatz für den Unterricht, der nicht nur „am lebenden Objekt“ respektive Schülern erprobt, sondern auch in der zweiten Staatsarbeit theoretisch beleuchtet und im Hinblick auf seine Implementierung in die Schulwelt diskutiert werden kann. Dass Eva-Maria Größ das Geocachen auf ihre Unterrichtsfächer Deutsch und Sport besonders gut übertragen und anwenden zu können glaubt, motivierte sie wohl, zu erörtern, ob und inwiefern Geocaching eine in der Schule pädagogisch wertvolle Innovation darstellt – und dies in der Schule auch realisierbar ist.

Zunächst widmet sich die Autorin daher der Theorie des Geocachings und schon eine kurze Begriffsanalyse verrät, wie vielfältig Geocaching ist, da es Naturabenteuer, Entdeckungslust und moderne Technik verbinde. Im Folgenden wird erläutert, wie Geocaching funktioniert und welche Cachearten es gibt. Bei diesen Ausführungen kommt das Anlegen und Registrieren eines Caches recht kurz, ansonsten bekommt man als Muggel-Lehrer jedoch einen guten Überblick.

Danach beschreibt Eva-Maria Größ die „Versuchsanordnung“, wertet die gewonnenen Erkenntnisse aus und zeigt Handlungskonsequenzen auf. Dass das Cachen eine Chance zur Naturbegegnung ist, man seine Heimat neu entdecken kann, umweltbewusstes Verhalten sowie Technikverständnis und mediale Kompetenz fördert – und den Cacher fit halten kann, dürfte Cachern nicht neu sein – für die Schule könnten diese Erkenntnisse aber dem Stellenwert einer Mondlandung entsprechen. Darauf, welche Leistungen bzw. Überwindungen Schüler beim Cachen evtl. tatsächlich erbringen müssen, welche Kompetenzen man damit aufbaut oder fördert bzw. womit man das Cachen alles verbinden kann, gehen wir hier nicht näher ein – Cacher wissen das … für Lehrer, die ihren Unterricht aufpeppen wollen, könnte die Lektüre jedoch ein Augenöffner sein.

Es folgen für die Integration in den Unterricht wichtige Hinweise wie die pädagogische Bedeutung des Geocachings, Bedingungen für die Implementierung von Geocaching in die schulische Praxis, rechtliche Bedingungen – kurz gesagt: das, was man bedenken und wissen bzw. organisieren sollte, wenn man als Lehrer in seinem Unterricht mit Schülern cachen gehen will. Dass man bei allen positiven Faktoren, die Geocaching zum Unterricht beitragen kann eben auch organisatorische Schwierigkeiten (z.B. Flexibilität der Stundenpläne, evtl. auch ein „künstlicher“ Rahmen von max. 7 Schülern) zu überwinden hat, fällt nicht unter den Tisch. Neben dem für diese Textart obligatorischen Literaturverzeichnis findet man einen Anhang, in dem die angegangenen Caches, Karten, Beispielrätsel u. Ä. aufgeführt sind.

Zwar sind einzelne Informationen nicht mehr ganz aktuell (z.B. Anzahl Caches). Dennoch finden Lehrer hier möglicherweise erste leicht verständliche Anregungen (Achtung: das sollte man im Kontext sehen – Fix & Foxi ist es nicht), wie man Geocaching in seinen Unterricht integrieren kann.

Grin Verlag, 72 Seiten, 39,99€, ISBN 978-3656240358