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Ingo Oschmann

Jäger des versteckten Schatzes

Ingo Oschmann ist begeisterter Geocacher und davon überzeugt, dass dieses Hobby selbst aus einem eingefleischten Couch Potatoe einen Indiana Jones mache. Er beansprucht, das erste Buch der Welt vorzulegen, das seine Leser in die Lage versetzt, sofort bei bzw. nach der Lektüre selbst Geocaches zu suchen. Im Grunde handelt es sich um eine Anleitung zum Geocaching und Oschmanns Erfahrungen und Erlebnisse, gewürzt mit Praxistipps (sehr praktisch die Quick-Blick-Kästen am Kapitelende) und zum Schutz verfremdeten realen Caches. Prinzipiell soll das Buch für Einsteiger sein, Oschmann hofft aber, auch den Profis unter den Cachern noch etwas beizubringen – deshalb muss man Buch nicht von vorn bis hinten lesen, sondern kann in den Kapiteln springen.

Die Beschreibung, wie Oschmann zum Geocaching kam, ist spaßig zu lesen – nicht zuletzt deshalb, weil er sich nicht zu schade ist, sich selbstironisch als relativ unbedarft darzustellen. Oschmanns Leistung besteht darin, recht ausführlich und humorig zu beschreien, wie er Geocaching-süchtig werden konnte und was er im Einzelnen (das ist durchaus wörtlich zu nehmen) erlebte und was es zu wissen gibt: Das passiert ausführlicher als in Geocaching-Krimis, jedoch weniger ausführlich, aber leichter zu lesen als in einem Sachbuch zum Thema. Bis zum 4. Kapitel geht es „nur“ darum, den Leser „anzufixen“. Danach folgen im Wesentlichen die Informationen, die man in Geocaching-Büchern oft findet: Wie cacht man; wie legt man einen Cache; woran kann es liegen, dass man einen Cache mal nicht findet; welche Ausrüstungsgegenstände man braucht; eine für absolute „Technik-Legastheniker“ wie geschaffene Erklärung, wie GPS funktioniert ... Ungewöhnlicher sind die Kapitel, in denen man erfährt, wie man einen Cacheurlaub plant oder die Sozioloigie der Geocacher – einer ganz besonderen Spezies.

Nicht-Oschmann-Fans dürften das Buch akzeptabel finden, wenn sie der flapsige Stil nicht stört. Doch da er jegliche Information mit seinem Humor „umschnörkelt“ (z. B. Männer, die auf Ziegeln starren …), ist es für Menschen mit starker Oschmann-Humor-Unverträglichkeit nicht empfehlenswert. Sicherlich liefert er die eine oder andere Steilthese, doch anderes ist sicher manchem eine große Hilfe. Und man kann es drehen und wenden wie man will, Oschmann schreibt mehr über seine Erfahrungen als einen Ratgeber zu liefern. Aber wer das erwartet, sollte auch eher in die Sachbuchabteilung. Ob man das Buch braucht, kann nur jeder selbst entscheiden … Oschmann-Fans sicher.

 

Heyne

368 Seiten

9,99 €

978-3453615076