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Zecken

Wo besteht die Gefahr von Zeckenbissen?

  1. Zecken kommen überall vor. Sie lieben hohes Gras, Büsche etc. Sie können beim Biss Krankheiten übertragen.
  2. Eine Ansteckungsgefahr mit Lyme-Borreliose (jährlich infizieren sich ca. 30.000 bis 40.000 Personen) besteht im gesamten deutschen Raum. Diese durch Bakterien verursachte Erkrankung ist aber mit Antibiotika gut zu behandeln. Voraussetzung ist allerdings, dass sie rechtzeitig erkannt wird (s. u.).
  3. Eine Ansteckungsgefahr mit Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) besteht
    • im gesamten süddeutschen Raum (einschließlich Südhessen),
    • in der Gegend um Marburg,
    • im Saarland und
    • in Teilen um Erfurt, Gera, Leipzig und Dresden.
  4. FSME ist seltener als die Lyme-Borreliose: Im Jahr 2002 gab es in Deutschland 240 Infektionen (2001: 256. Quelle: RKI); allerdings verläuft die Krankheit bei Befall des zentralen Nervensystems fast immer tödlich.

  5. Erstmalig ist im Mai 2006 auch ein Fall von Zeckenlähmung in Deutschland aufgetreten. Diese Krankheit gab es in der Vergangenheit nur in den USA und Australien. Zeckenlähmung kann zum Tod führen, wenn die Zecke nicht entfernt wird.

Aktuelle Gefährdungskarten für Deutschland und Europa finden sich bei www.zecke.de.

 

Dass Zecken auf Bäumen lauern und sich von da auf ihre Opfer fallen lassen, ist eine Sage. In Wirklichkeit sitzen sie im Gras, im Unterholz und in Büschen und werden beim Vorbeigehen abgestreift.

 

Die Gefahr, von Zecken "angefallen" zu werden, besteht also bei Freilandaufenthalten mit Kontakt zu bodennahen Pflanzen (hohes Gras, Kraut, Farne, Strauchwerk).

Wie kann ich mich schützen?

  1. Meide hohes Gras, Gebüsch und Unterholz so gut es geht.
  2. Einen gewissen Schutz vor Zeckenbissen bietet geschlossene und helle Kleidung, vor allem lange Hosen. Aber man sollte sich nicht darauf verlassen.
  3. Stecke die Hosenbeine in die Socken, wenn du Zeckengebiete betrittst. (Zecken krabbeln auf der Kleidung und suchen nach freier Haut.)
  4. Insektenschutzmittel mit Berührungsgiften (z. B. "Autan") bieten einen zusätzlichen Schutz. Jedoch können kleine Mengen dieser Gifte auch in den Körper gelangen und sich dort anreichern. Außerdem können sie auch weiche Kunststoffe angreifen.
  5. Zu Hause die Kleidung auf dem Balkon ausschütteln und sofort waschen.

Wie entferne ich eine Zecke richtig?

Auch das richtige Entfernen der Zecke ist wichtig, damit sie nicht im Todeskampf die Erreger erst recht abgibt.

 

Wichtig: Es gibt kein "rechtzeitiges" Entfernen. Wenn die Zecke bereits vor dir ein anderes "Opfer" hatte, kann die Erregerkonzentration in ihrem Speichel - dort vermehren sich die Erreger besonders stark - bereits ausreichend hoch sein, um direkt beim Biss eine Infektion zu verursachen. Dies gilt vor allem für FSME. Dennoch ist ein frühzeitiges Entfernen sinnvoll, da bezüglich einer Borreliose-Infektion das Risiko i. d. R. erst mit längerer Saugzeit wächst.Zeckenzange + Karte

  • Nach Aufenthalten in Gebieten mit potenziellem Zeckenvorkommen sollte der Körper (vor allem auch bei Kindern) sorgfältig nach Zecken abgesucht werden.
  • Bei Kindern insbesondere auch auf Haaransätze achten.

Die Zecke vorsichtig mit einer flachen Pinzette oder einer Zeckenzange fassen und mit gleichmäßigem Zug senkrecht zur Haut herausziehen. Ebenfalls haben sich Zeckenkarten bewährt. Danach die Bissstelle desinfizieren - und sie noch 3-4 Monate beobachten. Die Fingernägel nur im Notfall verwenden, um eine Zecke zu entfernen. Geheimtipps wie abbrennen, Öl u. ä. richten mehr Schaden an, als sie letztendlich nützen.

 

Unbedingt zum Arzt gehen sollten man, wenn

  • man sich nach dem Zeckenbiss abgeschlagen fühlt,
  • Fieber oder grippeähnliche Symptome auftreten oder
  • man ringförmige Hautrötung um die Bissstelle feststellt.

Kann ich mich impfen lassen?

Jein!

 

Nein: Eine Impfung gegen Borreliose gibt es derzeit noch nicht.

 

Ja: Gegen FSME gibt es ein Impfmittel.

 

Die Ständige Impfkommission am Robert-Koch-Institut empfiehlt die Impfung für Menschen, die sich in den FSME-Risikogebieten aufhalten. Die FSME-Impfung besteht aus zwei Teilimpfungen im Abstand von mindestens 14 Tagen. Damit ist bereits eine Schutzrate von 95 % erreicht. Für einen anhaltenden Schutz über mehrere Jahre muss nach etwa 9 bis 12 Monaten eine dritte Impfung erfolgen, die dann zu einer Schutzrate von 99 % führt. Solltest du in einem gefährdeten Gebiet von einer Zecke gebissen worden sein und keinen Impfschutz haben, gehe sofort zum Arzt. Denn bis maximal vier Tage nach dem Zeckenbiss kann der Arzt eine passive Impfung mit Immunglobulinen geben, die die Viren sofort bekämpft. Die meisten Krankenkassen bezahlen die Impfung, wenn man vorhat, sich in Risikogebieten aufzuhalten.

 

Weitere Infos

Weitere unappetitliche Details - insbesondere zum Krankheitsverlauf der FSME/Borreliose - möchte ich euch hier ersparen; wer mehr Informationen haben will, findet die u. a. in der Broschüre

 

"Trotz Zecken, Wespen, Fuchsbandwurm unbeschwert Natur genießen".

Die ist gegen Einsendung von 2,53 Euro in Briefmarken erhältlich beim:
Naturschutzbund Landesverband Hamburg e.V. (NABU)
Habichtstr. 125
22307 Hamburg

 

 

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